Bewerbung – Was ist zu beachten?

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Bewerbung – Was ist zu beachten?

Die Bewerbung ist das zentrale Element in der Jobsuche. Um einen passenden Job zu finden brauchen Sie zuerst die konkrete Information, in welchem Bereich (Fachbereich, Branche, Ort etc.) Sie einen Job suchen und mit der Zusendung Ihrer Bewerbungsunterlagen signalisieren Sie einem Unternehmen Ihr Interesse an einer offenen Position. Wenn der Lebenslauf und das Bewerbungsschreiben den Personalentscheider überzeugen, geht es in die nächste Runde und es kommt zu einer Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Gerade die erste Phase der Bewerbung, das maßgeschneiderte Erstellen der Bewerbungsunterlagen für die ausgeschriebene Stelle ist essentiell für den weiteren Erfolg im Bewerbungsprozess. Da in den meisten Fällen Arbeitgeber auf Ihre Stelleninserate hunderte Bewerbungen erhalten, sollte es Ihr Ziel sein, mit Ihrer Bewerbung herauszuragen, damit Sie die Chance bekommen, in einem persönlichen Bewerbungsgespräch zu punkten. Aber Bewerbung ist nicht gleich Bewerbung. Es gibt unterschiedliche Phasen in der beruflichen Entwicklung, die auch andere Vorgehensweisen bei der Bewerbung erfordern.

In welcher Phase der beruflichen Entwicklung erfolgt die Bewerbung?

Im Großen und Ganzen gibt es drei bis vier Phasen der beruflichen Entwicklung, in denen eine Bewerbung erfolgt: der Berufeinstieg, ein Arbeitgeberwechsel durch eine berufliche Weiterentwicklung im gleichen Berufsfeld oder mit hierarchischen Aufstieg, ein beruflicher Umstieg mit Veränderung der beruflichen Tätigkeit bzw. der Branche sowie der Wiedereinstieg nach einer Karenz bei einem neuen Arbeitgeber.

Berufseinstieg

Bei der Bewerbung als Berufseinsteiger ist zu beachten, dass Sie sich wirklich nur für Einsteigerpositionen bewerben sollten. In diesem Fall werden keine langjährigen Berufserfahrungen erwartet. Hingegen werden junge Menschen gesucht, die ihre Ausbildung gerade abgeschlossen haben und die Bereitschaft mitbringen, die Prozesse und Abläufe der Organisation zu (er-)lernen und sich das nötige Fachwissen in der Praxis anzueignen. Bei der Bewerbung ist es daher ratsam, dass Sie alle Ferienjobs, Praktikas und Voluntariate anführen und damit signalisieren, dass Sie bereits regelmäßig neben der Absolvierung Ihrer Ausbildung gearbeitet haben. Weiters sollten Sie in Ihrem Motivationsschreiben auch zum Ausdruck bringen, dass Sie lernbereit sind, um rasch eingearbeitet zu werden. Holen Sie sich auf jeden Fall auch Unterstützung bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen, damit auch gleich die ersten Bewerbungen, die Sie losschicken, einen guten Eindruck machen.

Arbeitgeberwechsel im gleichen Berufsfeld

Die meisten Bewerbungen gibt es im Zusammenhang mit der Motivation, einen gleichen oder ähnlichen Job bei einem anderen Arbeitgeber zu finden. Bei dieser Art der Bewerbung kann sehr gut mit den bis dato gemachten Erfahrungen argumentiert werden. Bei der Zusammenfassung des eigenen Lebenslaufes ist es wesentlich, alle einschlägigen Erfahrungen herauszuarbeiten und explizit als Know-How anzuführen. Auch im Bewerbungsschreiben sollten jene Qualifikationen, über die Sie bereits verfügen im Vordergrund stehen, die die gewünschte Position kennzeichnen. Andere Erfahrungen, die sie gemacht haben, die aber für die ausgeschriebene Stelle weniger relevant erscheinen, sollten nicht betont werden. Viele Recruiter suchen 1:1-Erfahrungen. Wenn Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen glaubhaft vermitteln können, dass Sie diese mitbringen, dann stehen die Chancen sehr gut, dass Sie eine Einladung zum Bewerbungsgespräch erhalten.

Berufswechsel bei einem Umstieg

Immer mehr Menschen stellen sich in fortgeschrittenen Phasen ihres Berufslebens die Frage nach dem Umstieg in einen anderen Bereich oder eine komplett andere Branche. Einigen sehen den Grund darin, dass sie das Interesse an der früheren Tätigkeit verloren haben und Selbstverwirklichung in einem neuen Bereich suchen. Andere hingegen sind dazu gezwungen, entweder weil die Arbeitsplätze weggefallen sind oder weil sie aus gesundheitlichen Gründen den Job nicht mehr länger ausüben können. Was auch immer der persönliche Grund für die Veränderung ist, ein Umstieg ist in den meisten Fällen mit einer Umschulung verbunden und damit oftmals nur mittelfristig möglich. Als Umsteiger, sind Sie vielleicht kompletter Neueinsteiger in dem Bereich, aber kein Berufseinsteiger. Oftmals höre ich im Coaching den Ausdruck “Dann fange ich wieder bei Null an”. Wenn Sie bereits über einige Jahre Berufspraxis verfügen, dann bauen Sie immer auf bestehendem Wissen und vorhandenen Erfahrungen auf. Im Rahmen der Bewerbung ist es daher wesentlich, sich dieser Erfahrungen bewusst zu werden. Überlegen Sie sich: Was bringen Sie bereits an Know-How mit? Auch wenn das Fachwissen nach einer Umschulung noch ganz frisch ist, so bringen Sie womöglich bereits jahrelange Erfahrung in der Teamarbeit oder als Organisationstalent mit selbständiger Arbeitsweise mit. Betrachten Sie sich selber keinesfalls als Anfänger, arbeiten Sie Ihre Stärken und Talente heraus und belegen Sie Ihre Erfahrungen durch Ihre bisherigen beruflichen Stationen.

Wiedereinstieg nach der Karenz

Wiedereinsteigerinnen, die nach der Karenz eine Stelle bei einem neuen Arbeitgeber suchen, haben es in der Bewerbung oftmals schwer. Viele Arbeitgeber befürchten, dass junge Mütter zeitlich wenig flexibel sind und oftmals wegen Pflegeurlaub ausfallen. Neben dem Herausarbeiten der fachlichen Qualifikationen ist es im Rahmen der Bewerbung daher essentiell, dem potentiellen Arbeitgeber glaubhaft zu vermitteln, dass die Betreuung des Nachwuchses optimal koordiniert ist. Das setzt natürlich auch voraus, dass es tatsächlich ein gutes Netzwerk gibt, auf das Sie im Bedarfsfall zurückgreifen können. Wenn dies in der Bewerbung nicht glaubhaft vermittelt wird, scheidet die Bewerbungsunterlage vielfach gleich aus und es gibt keine weitere Runde.

Arbeiten Sie daher in Ihren Bewerbungsunterlagen auch heraus, was Sie in der Karenz persönlich dazu gelernt haben, wie z.B. Organisationstalent und Belastungsfähigkeit. Suchen Sie auch gezielt nach Unternehmen, die auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie wert legen. Gerade größere Organisationen haben dafür bessere Voraussetzungen, als kleine Firmen mit einer dünnen Personaldecke.

Wie erfolgt die Bewerbung?

Bewerbungen können auf verschiedene Weise erfolgen, entweder als Antwort auf ein Stelleninserat, als Initiativbewerbung, sozusagen als Interessensbekundung an dem Unternehmen, ohne zu wissen, ob es derzeit überhaupt eine zu besetzende Stelle gibt oder als Bewerbung nach einer Direktansprache durch ein Unternehmen oder einen Personalberater.

Bewerbung auf ein Stelleninserat

richtig bewerbenDie meisten Bewerbungen, die verschickt werden, beziehen sich auf Stellenausschreibungen. Wenn eine freie Stelle vom Unternehmen inseriert wird, besteht eine große Chance, dass das Bewerbungsverfahren effizient durchgezogen wird. In den meisten Berufen und Branchen erhalten die Recruiter auf eine Stellenausschreibung zahlreiche Bewerbungen. Meist ist nur ein kleiner Teil davon relevant und wird weiter bearbeitet. Der Großteil der Bewerbungen scheidet gleich in einer Erstselektion aus. Wichtig ist es, dass die Bewerbungsunterlagen so gut sind, dass diese weiter im Rennen bleiben. Der große Vorteil bei der Bewerbung auf ein Stelleninserat ist daher, dass es tatsächlich eine freie Stelle gibt, die derzeit zu besetzen ist. Der Nachteil ist, dass man sich in einer Konkurrenzsituation zu zahlreichen anderen, womöglich gleich gut oder sogar besser qualifizierten Bewerbern befindet. Es muss aber nicht zwangsläufig der oder die Bestqualifizierte den Job bekommen, sondern die Person, die sich am Besten verkauft. Gut in einer Bewerbung zu punkten, ist trainierbar.

Initiativbewerbung

Ein großer Vorteil bei einer Initiativbewerbung ist, dass es meistens wenig Konkurrenz durch andere Bewerber gibt. Der Nachteil ist aber, dass es nicht sicher ist, ob es derzeit in der Firma eine passende freie Stelle zu besetzen gibt, oder nicht. Daher ist die Wahrscheinlichkeit über eine Initiativbewerbung einen Job zu bekommen, eher gering. Sie können aber massiv die Wahrscheinlichkeit erhöhen, wenn Sie über Ihr Netzwerk erfahren, dass in nächster Zeit eine Stelle frei wird. Wenn Sie frühzeitig mit dem Unternehmen ins Gespräch kommen und in der Bewerbung überzeugen, dann stehen die Chancen ganz gut, dass die Stelle gar nicht erst ausgeschrieben wird und sich das Unternehmen damit ein aufwendigen und kostenintensiven Recruitingprozess erspart.

Die große Frage bei Initiativbewerbungen ist immer, was diese wirklich bringen. Ich denke, dass diese absolut Sinn machen, wenn Sie das eine oder andere Unternehmen als idealen potentiellen Arbeitgeber identifiziert haben. Dann ist es sinnvoll, diesem das Interesse an einer Zusammenarbeit zu signalisieren. Auf jedem Fall sollten Initiativbewerbungen eher in homöopathischen Dosen ausgeschickt werden. Damit meine ich, dass Sie ganz genau herausarbeiten sollten, weshalb Sie sich für die Mitarbeit in diesem Unternehmen interessieren. Jede Bewerbung sollte maßgeschneidert auf die jeweilige Firma sein. Massenbewerbungen mit ein und demselben Text an eine allgemeine Office-Adresse sollten Sie besser ganz bleiben lassen. Bei dem momentanen E-Mail-Aufkommen, der jeden Tag Unternehmen erreicht, wird so eine allgemeine Massenbewerbung in den meisten Fällen gar nicht erst bearbeitet.

Bewerbung nach Direktansprache

Bei einer Direktansprache erfolgt zuerst eine Kontaktaufnahme durch das Unternehmen oder einen Personalberater, entweder weil man von jemanden Dritten für eine zu besetzende Stelle empfohlen wurde oder weil der Recruiter durch eine Recherche auf einem gestoßen ist. Die Kontaktaufnahme wird von den meisten Menschen positiv erlebt und als Kompliment gesehen. Meist wird durch ein kurzes Telefonat abgeklärt, ob grundsätzliches Interesse an einem beruflichen Wechsel vorhanden ist und bei einem persönlichen und vertraulichen Gespräch werden dann nähere Details zu der zu besetzenden Stelle verraten. Nichtsdestotrotz sollte bei einem tatsächlichen Interesse an der Stelle eine Bewerbung mit professionellen Bewerbungsunterlagen erfolgen. In vielen Fällen werden parallel auch andere geeignete Personen angesprochen, um schlußendlich eine Auswahl an passenden Kandidaten zu haben. Im Gegensatz zu der offen ausgeschrieben Stelle gibt es hier aber deutlich weniger Konkurrenz. Die Chancen stehen daher gut, dass Sie mit entsprechender Vorbereitung im Bewerbungsverfahren punkten.

Welche Form der Bewerbung ist passend?

Auch wenn Ihr Erstkontakt mit dem Recruiter persönlich oder telefonisch erfolgt, benötigen Sie immer auch schriftliche Bewerbungsunterlagen. Dazu zählt mindestens ein aktueller tabellarischer Lebenslauf sowie auch ein Bewerbungsschreiben, in dem Sie Ihre Motivation an der Stelle ausdrücken und kurz Ihre einschlägigen Erfahrungen, die in der Stellenausschreibung gefordert werden beschreiben. Für einen E-Mail-Versand für eine erste Bewerbung reicht dieses Ausmaß an Unterlagen im Anhang völlig aus. Wenn Sie in Folge zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch eingeladen werden, sollten Sie umfassendere Unterlagen in Form einer Bewerbungsmappe mitnehmen. In der Bewerbungsmappe sollten sich auch Kopien Ihrer Ausbildungszeugnisse und Dienstzeugnisse befinden. Die meisten Unternehmen nehmen die Mappe nicht an, weil sie mit den allgemeinen Bewerbungsunterlagen ihr Auslangen haben, dennoch sollten Sie immer eine perfekte Bewerbungsmappe mitbringen. Dies zeugt auch von einer guten Organisiertheit. Außerdem erhalten Sie mit der Zusammenstellung aller Unterlagen und Nachweise auch einen guten Überblick, wo Sie derzeit aufgrund Ihrer Aus- und Weiterbildung und Qualifikationen stehen. Das schafft Selbstvertrauen und hilft Ihrer Überzeugungskraft.

Aufgrund der Dynamik in der Wirtschaft und der damit verbundenen Jobwechsel wird es immer mehr Bewerbungssituationen im Leben geben. Damit Sie den Bewerbungsprozess optimal gestalten und rasch an Ihr berufliches Ziel gelangen, ist es daher wichtig, dass sie sich mit der Optimierung Ihrer Bewerbung auseinander setzen.

Autorin: Andrea Jindra ist Trainerin, Beraterin und Coach mit den Coaching-Schwerpunkten auf Bewerbungscoaching, Selbstmarketing und berufliche Entwicklung.

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